Intensivmedizin

In der Intensivmedizin geht es um die Überwachung, Prävention und Behandlung von möglichen Organfunktionsstörungen. Je nach Schweregrad des Organversagens können Medikamente oder apparative Techniken zum Einsatz kommen, die die Organfunktion unterstützen oder vorübergehend komplett ersetzen. Es erfordert eine besondere Kompetenz des Behandlungsteams, die Behandlung stets nach evidenzbasierten Grundlagen zu steuern. Damit helfen wir PatientInnen, ihre Erkrankung nicht nur zu überstehen, sondern eine bestmögliche Lebensqualität nach überstandener Erkrankung zu erhalten.

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Technische Innovationen bei der Akutbehandlung von Organversagen haben zu einer verringerten Sterblichkeit auf Intensivstationen beigetragen. Allerdings kann nach abgeschlossener intensivmedizinischer Behandlung die Lebensqualität eingeschränkt sein. Oftmals treten Spätfolgen in Form eines "Post-Intensive Care Syndrome" (PICS) auf. Es können kognitive (~1/3), funktionelle (~1/3) und psychosoziale (~1/2) Einschränkungen bestehen. Um Spätfolgen (PICS) besser zu kontrollieren, bedarf es eines holistischen Case-Care Managements, welches die Akutbehandlung in den unterschiedlichen Sektoren des Gesundheitswesens nach festgelegten intersektoralen Qualitätsindikatoren abbildet. Hierzu scheinen zertifizierte Versorgungseinrichtungen bevorzugt geeignet zu sein, da sie sich hinsichtlich der Qualitätsindikatoren durch kollegiale Peer-Reviews überprüfen lassen. Mit der "ICU Liberation", d.h. der Befreiung der Intensivmedizin von alten Denkmustern (z.B. „Übersedierung“), verfolgt unsere Klinik einen fortschrittlichen Ansatz zur intensivmedizinischen Behandlung. Wir stehen für wache, kooperative PatientInnen, die mit ihren Angehörigen kommunizieren und ihre Wünsche äußern können.

Das Leistungsspektrum der Intensivmedizin umfasst unter anderem:

  • Multiprofessionelle, interdisziplinäre Visiten
  • Tägliche Visiten durch einen Facharzt mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin
  • Differenzierte, lungenprotektive, patientenadaptierte Beatmung
  • Atmungstherapeutische Maßnahmen
  • Frühmobilisation und Maßnahmen zur Entwöhnung von der Beatmung
  • Transpulmonale Druckmessung
  • Inhalation von Stickstoffmonoxid
  • Bronchoskopie
  • Dilatative Tracheotomie
  • vvECMO, vaECMO, ECLA-Therapie
  • Nierenersatzverfahren, Leberunterstützungsverfahren
  • Delir-Screening, Prävention und Therapie
  • Unterstützung der circadianen Rhythmik
  • Zielorientierte Sedierung, Messung der Sedierungstiefe
  • Anxiolyse
  • Differenziertes hämodynamisches Monitoring und Katecholamintherapie
  • Transthorakale und transösophageale Echokardiographie
  • Zielgerichtete Flüssigkeitstherapie und Transfusion
  • Überwachung und Therapie des erhöhten intrakraniellen Druckes (ICP-Management)
  • Antibiotic Stewardship
  • Maßnahmen zur Infektionsprävention und Infektionsmanagement
  • Frühe enterale Ernährung
  • Partizipative Entscheidungsstrategien
  • Inklusiver Umgang mit Angehörigen
  • Strukturierte Patienten- und Angehörigenkommunikation
  • Ethikberatung
  • Palliative Intensivmedizin
  • Experten-moderierte Entscheidungen am Lebensende (EOLD)