Spinalanästhesie

Die Spinalanästhesie ermöglicht es in den meisten Fällen ohne Vollnarkose eine Operation durchzuführen. Hierfür eignen sich Operationen im unteren Körperteil wie an der Blase oder den Beinen.

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Spinalanästhesie

Bevor die Schmerz-Informationen in das Gehirn gelangen durchlaufen sie im Rücken in einem knöchernen Kanal der Wirbelsäule (=Spinalkanal) noch einige Umschaltstationen. Diese Schaltstationen heißen Rückenmark und liegen umspült von einer Flüssigkeit (=Liquor) im Spinalkanal etwa auf der Höhe des Bauchnabels bis hoch zum Gehirn. Im Bereich des Kreuzbeins, also unterhalb des Bauchnabels, liegen nur die Nerven im Spinalkanal ohne Umschaltstationen. Dort können wir mit extrem feinen, kaum spürbaren Nadeln punktieren und ein Lokalanästhetikum hineingeben. Das ist dann eine Spinalanästhesie und führt dazu, dass beide Beine und auch der Unterleib komplett betäubt werden kann.

Wie funktionieren rückenmarknahe Verfahren? Rückenmarknahe Betäubungen werden bei uns immer vom Rücken aus durchgeführt. Dabei kann der Patient sitzen oder auch liegen und auch hier wird vor einer Betäubung immer ausgiebig desinfiziert und mit sterilen Tüchern abgedeckt. Mit feinen Nadeln wird dann der Spinalraum punktiert ohne mit elektrischem Strom suchen zu müssen. Die eigentliche Betäubung bemerken Sie als PatientIn, wenn z.B. Schmerzen nachlassen (z.B. zur Geburtserleichterung) oder die Beine nicht mehr gespürt werden (z.B. für eine Operation).

Für Eingriffe, die unterhalb des Nabels durchgeführt werden, kann eine gute Schmerzausschaltung durch Injektion von lokalem Betäubungsmittel in den Spinalraum erzeugt werden.

Die Punktion erfolgt nach lokaler Hautbetäubung im Lendenwirbelsäulenbereich dort, wo kein Rückenmark mehr ist und die langen Nervenenden zu den unteren Extremitäten ziehen. Die Punktion kann im Sitzen oder in Seitenlage durchgeführt werden. Nach der Injektion des Betäubungsmittels wird die Nadel wieder entfernt. Die Zeitdauer bis zum Wirkungseintritt beträgt ca. 5-15 Minuten.

Risiken der Spinalanästhesie

Während einer Spinalanästhesie kann es zu einem Blutdruckabfall und Herzschlagverlangsamung kommen, was aber schnell behandelt werden kann. Dies wird dank des angeschlossenen Herz-Kreislauf-Überwachungsgerätes sofort erkannt und behandelt.

Unverträglichkeitsreaktionen auf die lokalen Betäubungsmittel können zu Herz-Kreislauf-Störungen bis zu ihrem Funktionsstillstand führen.

Bei Blasenentleerungsstörungen nach einer Spinalanästhesie kann die Anlage eines Blasenkatheters notwendig werden.

Stechende Kopfschmerzen sind sehr selten. Sie können noch nach einer Woche auftreten. Sie sollten dann länger im Bett liegen bleiben.

Extrem selten könnten möglicherweise Nervenschäden mit bleibenden Lähmungen bis zum Querschnitt auftreten. Sie könnten durch Blutergüsse, Entzündungen oder direkte Nervenschäden verursacht werden. Um solchen extremen Komplikationen zuvorzukommen, sollten Sie ca. 6-8 Stunden nach Setzen der Spinalanästhesie Ihre Beine, Füße und Zehen testen, ob Sie überall wieder Gefühl und Kraft haben. Sollten später Schmerzen, Taubheit oder Muskelschwäche in den Füßen auftreten, sollten Sie sich sofort bei Ihrem behandelnden Arzt melden und das beschreiben. Entscheidend bei der Vorbeugung solcher Komplikationen ist der Zeitfaktor ihrer Erkennung.