Intensivstation

Das Kernteam der Intensivstation besteht aus qualifizierten ÄrztInnen und Pflegekräften, die ausschließlich auf unserer Station tätig sind. Für die Durchführung besonderer Untersuchungen und Therapiemaßnahmen werden weitere SpezialistInnen fachbezogen hinzugezogen. Darüber hinaus arbeiten MitarbeiterInnen u.a. für den Bereich Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie. Daneben sind der logistische Reinigungsdienst, der technischen Dienst und weitere Versorgungsdienstleister auf der Station tätig.

Sie befinden sich hier:

Intensivstation - was bedeutet das?

Natürlich sind Sie besorgt, wenn Ihr Angehöriger auf eine Intensivstation gekommen ist. Verschiedene medizinische Geräte sind erforderlich um Organfunktionen zu überwachen und ausgefallene Organe zu unterstützen. Die wichtigsten Geräte werden wir Ihnen im Folgenden kurz erklären.

Ein Monitor zeigt ständig die Herzstromkurve (EKG), den Blutdruck, die Sauerstoffsättigung im Blut, die Atmung und die Körpertemperatur an.

Ein großer Teil unserer Patienten benötigt eine Unterstützung der Atmung durch ein Beatmungsgerät. Mit Hilfe einer Maske oder eines Schlauches (Tubus), der durch den Mund oder die Nase in die Luftröhre eingeführt wurde, kann eine Mischung aus Sauerstoff und Luft in die Lunge strömen. Damit der Tubus vom Patienten nicht als unangenehm empfunden wird, erhalten "beatmete" Patienten von uns Medikamente, die Schmerzen und den Reiz durch den Schlauch lindern können. Obwohl lhr Angehöriger wegen des Tubus nicht sprechen kann, ist es möglich, dass er/sie Sie hört und eventuell sogar in der Lage ist, Fragen mit Nicken oder Kopfschütteln zu beantworten.

Zur Unterstützung des Kreislaufs müssen oft Medikamente kontinuierlich ins Blut gegeben werden. Dafür sind zentrale Venenkatheter (ZVK) erforderlich. Das sind dünne Schläuche, die am Hals oder unter dem Schlüsselbein angelegt werden und in ein großes Blutgefäß führen. Auch andere Medikamente können hierüber verarbreicht werden. Kreislaufwirksame Medikamente müssen darüber hinaus sehr genau dosiert und daher mit einer Spritzenpumpe verabreicht werden. Solange der Patient nicht normal essen kann, erfolgt die Ernährung über einen durch die Nase in den Magen führenden Schlauch, die Magensonde, oder in seltenen Fällen über den zentralen Venenkatheter.

Welche Organfunktionsstörungen kommen auf einer Intensivstation vor?

Alle PatientInnen auf der Intensivstation leiden an einer Organfunktionsstörung. Sie sind der Grund für die Aufnahme oder können im Verlauf entstehen. Organfunktionsstörungen bedürfen eines frühzeitigen Erkennens (Diagnostik) und Behandlung (Therapie), um jeglichen Schaden von unseren PatientInnen abzuwenden. Auch der Langzeitverlauf nach einer intensivstationären Behandlung wird wesentlich durch eine hochqualitative Intensivmedizin günstig beeinflusst. Im Folgenden möchten wir Ihnen die wichtigsten Organfunktionsstörungen vorstellen:

  1. Funktionsstörungen des Gehirns, z.B. Delir, sind mit bis zu 80% sehr häufig. Um ein Delir rechtzeitig zu erkennen, werden auf unseren Intensivstationen bereits standardmäßig Scoring-Systeme durch unser Team angewendet. Bitte weisen Sie uns darauf hin, wenn Sie Verhaltensänderung feststellen. Dazu können Sie selber einen Score verwenden, den sogenannten NuDesc.
  2. Funktionsstörungen der Lunge erfordern häufig eine maschinelle Beatmung. Neben der maschinellen Beatmung ist auch die Entwöhnung (Weaning) ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
  3. Funktionsstörungen des Herz-Kreislauf-Systems kommen bei vielen Erkrankung und nach Operationen vor. Insbesondere die steigende Lebenserwartung begünstigt Herzerkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Herzschwäche). Ein Herz-Kreislauf-Versagen ist daher ebenfalls sehr häufig auf einer Intensivstation anzutreffen. Zur erweiterten Überwachung dieser Organfunktionsstörung hat sich in letzter Zeit v.a. die Herz-Ultraschall-Untersuchung (Echokardiographie) bewährt, welche durch qualifizierte KollegInnen jederzeit durchgeführt werden kann.
  4. Funktionsstörungen von Darm und Leber treten häufig bei entzündlichen Erkrankungen und Sepsis auf. Sie bedingen häufig eine abgeschwächte oder gesteigerte Abwehrreaktion des Körpers und eine mangelhafte Ernährung, wodurch wiederum weitere Organe geschädigt werden können.
  5. Funktionsstörungen der Niere erleiden ungefähr 50% der PatientInnen auf einer Intensivstation. PatientInnen mit Nierenversagen brauchen häufig eine künstliche Niere (Dialyse, Hämofiltration).
  6. Funktionsstörungen der Muskeln (Arme, Beine, Zwerchfell, etc.) treten häufig bei einer schweren Erkrankung oder Operation auf. Muskelschwund wiederum beeinträchtigt die Entwöhnung von der Beatmung. Daher ist es nötig, dass die PatientInnen frühestmöglich und selbstständig mitarbeiten können.
  7. Infektionen sind häufig die Ursache für eine Intensivbehandlung und/oder treten im Verlauf einer Behandlung auf. Durch eine fehlregulierte Antwort des Immunsystems auf eine Infektionen (Sepsis) können Infektionen zum lebensbedrohlichen Versagen vieler Organe führen. Wichtig ist die hygienische Händedesinfektion, wenn Sie Ihren Angehörigen besuchen.

Wozu werden Alarme gebraucht?

Damit wir bereits über kleine Veränderungen informiert sind, geben alle Geräte akustische Signale ab. Die Alarmmeldungen signalisieren nur in seltensten Fällen eine bedrohliche Situation. Zur Sicherheit werden die Alarme immer über einen zentralen Bildschirm in der Stationskanzel zusätzlich überwacht. Darüberhinaus können in einigen Zimmern nachts die Alarme in eine vorgeschaltete Supervisionskanzel übertragen werden, um den nächtlichen Geräuschpegel zu reduzieren und den Schlaf zu fördern.